ZU MEINER PERSON

ist eigentlich nicht viel zu sagen. Ich bin ein echtes Mainzer Kind und erblickte 1951 das Licht der Welt. Noch niemals war ich länger als vier Wochen von meiner Vaterstadt getrennt. Schon nach einer einwöchigen Abwesenheit bin ich froh, wenn ich, noch auf der Autobahn, die mächtigen Türme des Mainzer Doms sehe, die sich hoch über die Dächer von Mainz erheben. Es macht sich dann das Gefühl des Heimkommens und des Dazugehörens breit.

Ich liebe meine Vaterstadt und die Menschen die hier leben, mit all ihren Besonderheiten und Eigentümlichkeiten. Ich mag unsere Sprache, unser Brauchtum und die Fastnacht. Denn gerade bei der Fastnacht können wir dies alles so wunderbar in Einklang bringen.




    



 

Eigentlich bin ich kein Fastnachter wie man ihn sich üblicherweise vorstellt, denn ich bin kein "Straßen-Fastnachter". Das heißt, von jeder fastnachtlichen Aktivität die sich auf der Straße abspielt, halte ich mich lieber fern. Ich ging bzw. fuhr zwar auf dem Frauenkomiteewagen am Fastnachtssonntag in meinem Heimatort Bretzenheim mit dem Umzug, aber nur deshalb, weil es von mir als Sitzungspräsidentin erwartet wurde. Mit Herz und Seele war ich aber nicht dabei. 2009 habe ich das Präsidentinnenamt in jüngere Hände gegeben und somit nahm ich auch nicht mehr an den Fastnachtsumzügen in Bretzenheim teil.

Und trotzdem war ich insgesamt fünfmal beim Rosenmontagszug in Mainz dabei. Dreimal zu Fuß und zweimal auf einem Wagen. Der riesige Rosenmontagszug ist schon etwas ganz Besonderes, den muss man mal erlebt haben. Aber für mich waren fünfmal mehr als genug.

Ich bin ein Saal-Fastnachter. Aber auch da mache ich feine Unterschiede. Denn Maskenbälle meide ich, obwohl diese im Saal stattfinden. Mein Metier sind die Sitzungen, egal ob als Zuschauerin oder als Büttenrednerin.

Inzwischen bin ich nur noch Zuschauerin. Im Jahr 2012 habe ich mich, nach insgesamt 46 aktiven Jahren von der Bühne verabschiedet. Besuche ich heute eine Sitzung, fällt mir mein Ruhestand doch nicht so leicht, zu gerne wäre ich da oben auf der Bühne noch dabei. Aber trotzdem wird es bei mir keinen Abschied vom Abschied geben. Ein tränenreicher Abschied genügt voll und ganz.

Fastnachtssitzungen sind für mich ein Stück Kulturgut. Wenn sich der Geist mit dem Witz und wie wir sagen, dem "Gogelores" vereinen, wenn wir die Dinge beim Namen nennen ohne zu beleidigen, das ist für mich die Mainzer Fastnacht.

Als Ergänzung zu meinen Büttenreden habe ich schon vor Jahren angefangen, Geschichten und Erlebnisse in Mundart aufzuschreiben. Aber erst 2000 habe ich alles in dem Buch "Erinnerunge" zusammengestellt.

Pünktlich zur fünften Jahreszeit, am 11.11.2001, veröffentlichte ich ein kleines Heft mit dem Titel "Rund um Fassenacht". Es beinhaltet gereimte Büttenreden, Zwiegespräche und Geschichten.

Mittlerweile erschien im Oktober 2010 die 4. überarbeitete Auflage von 'Erinnerunge', die 3. Auflage von 'Rund um Fassenacht' und als Neuerscheinung 'Gereimtes un Ungereimtes fer die Fassenacht'.

 

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© 2000 Heide-Marie Vonderheit